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Agenten in Drag und schwule Roboter: 5 schwule Science Fiction Filme, die du vielleicht verpasst hast

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Science-Fiction kann manchmal schon seltsam sein. Man sollte meinen, dass die meisten Science-Fiction Filme eine Welt in ferner Zukunft, die nur so von Vielfalt strotz zeigen. Aber nur selten werden Schwule  in solchen Filmen in stärker ausgeprägter Art und Weise gezeigt, als sie es in unseren heutigen modernen Zeiten sind. Manchmal ist Science-Fiction in dieser Hinsicht sogar rückständig (schaut euch dazu die Infografik unten an, die den Mangel an Diversity in Science-Fiction Filmen zeigt).  In den Episoden von Krieg der Sterne fehlt noch immer die Rolle des Quoten-Schwulen und auch wie Star Trek’s mit schwulen Rollen umgeht, kann man wenn man wohlwollen ist als „mühsam“ beschreiben.

Was soll man also als schwuler Science-Fiction Fan tun? Klar, da gibt es Das fünfte Element mit seinen bunten und selbstsicher tuntigen Kostümen von Jean-Paul-Gautier. Aber was ist, wenn du grade mal keine Lust auf einen „Leeloo Dallas Multi-Pass“ hast? Keine Panik: Hier haben wir ein paar schwule Science-Fiction Filme für dich, von denen du sicher noch nie gehört hast. Einige davon mit schwulem Inhalt zwischen den Zeilen, den du beim ersten mal sicher verpasst hast.

Space Station 76 (2014)

Es ist die Zukunft! So wie man sie sich in der Vergangenheit vorgestellt hat. Der offen schwule Regisseur Jack Plotnick – der auch am Drehbuch mitgearbeitet  hat – inszeniert Space Station 76 als ein tödliches, selbstvergessenes und ernstes Science-Fiction-Gleichnis aus dem 1974, das fast schmerzhaft aber ganz bewusst so dargestellt wird: Die Mode, die Frisuren, und Roboter-Berater der Mannschaft dessen einzige Behandlungsmethode es ist Valium zu verschreiben.

Die Spannungen zwischen den Bewohnern der Station gelangen an ihre Grenzen als die neue Navigatorin Jessica (gespielt von Liv Tyler) auf dem Schiff auftaucht. Sie soll Daniel (Matthew Morrison) ersetzten, der die Station aus Gründen über die Glenn (Patrick Wilson), der Captain des Schiffes nicht sprechen will. Den Grund dafür kann man sich denken wenn man weiss, dass er ein verkappter Schwuler ist und von dem eh alle ahnen, dass er schwul ist.

Wenn das noch nicht genug ist, es gibt auch noch was fürs Auge in Form einer empfindsamen schwulen Ken-Puppe: Matt Bomer, der den (heterosexuellen) Mechaniker der Station spielt.

Vegas In Space (1991)

Stell dir Barbarella vor, gemischt mit Zsa Zsa Gabor’s berühmt berüchtigter Queen Of Outer Space, gib eine Besetzung voller Drag Queens hinzu: und schon hast du Vegas In Space von den Troma Studios. Der Film handelt von einem Team männlicher Weltraum-Erkunder, die verdeckt auf einem Frauen-Planet versuchen herauszufinden, wer Kaiserin Nueva Gabor’s Juwelen gestohlen hat. Es stellt sich heraus, dass dieser Schmuck so sagenhaft ist, dass der Diebstahl eine globale Instabilität auslöst.

Der Dreh des Filmes hat fast ein Jahrzehnt gedauert, und in ihm findet sich einer der letzten Auftritte der australischen Drag-Legende Doris Fish. Und schon allein die Eingangs-Szene von Miss X als gebieterische Königin Veneer (so wie wenn Bianca Del Rio und Divine sich auf dem dritten Mond des Jupiter treffen)  ist es wert, um diesem Film einen Platz auf dieser Liste hier zu geben (spul im Video oben auf 6:56 vor, dann weisst du was ich meine).

Bloody Mallory – Die Dämonenjägerin (2002)

Bloody Mallory ist viel mehr ein Science-Fiction/Horror/Action-Mix (mit jeder Menge High-Tech-Schnickschnack), aber es ist der coolste Film von dem du noch nie gehört hast. Wahrscheinlich, weil er nur in Frankreich in den Kinos lief, bevor er dann still und leise in anderen Ländern wie Amerika den Weg direkt in die Videotheken fand.

Mallory, die stets Vinyl trägt und kirschrote Haare hat,  ist die Kommandantin einer staatlichen Verteidigungstruppe gegen paranormale Kräfte. In ihren ausgewähltem Team befindet sich auch die Sprengstoffexpertin Vena Java, eine durchgeknallte Drag Queen mit blauen Haaren und Plateauschuhen, mit Maschinengewehr und einem Mini-Raketenwerfer, der als Lippenstiftes getarnt ist.

Widerwillig stimmen Mallory und ihr Team zu, Papst Hieronymus I von Dämonen zu befreien. Im Film wird er als Evita-mäßiger Prediger dargestellt, der vor den Massen über schwule Heirat und Abtreibung schimpft und dem die fanatische Menge mit großen Augen und Sprechchören wie „auf den Scheiterhaufen!“ folgt. Der Film ist billig gemacht aber reizend, ungeniert tuntig und hat eine überraschende pro-schwule Message als roten Faden in der Handlung. Und er ist so französisch, dass es schon fast weh tut.

Die Frauen von Stepford (2004)

Die Erstverfilmung aus dem Jahr 1975 von Ira Levin’s Roman Die Frauen von Stepford war eine durchsichtige Metapher dafür, wie sich damals die Männer durch die Emanzipation der Frau bedroht fühlten. Die Ehemänner behalten Kontrolle indem sie ihre rebellierenden Frauen in unterwürfige Roboter-Hausfrauen verwandeln.

Überarbeitet wurde das von dem offen schwulen Autor Paul Rudnick (von dem auch Jeffrey, Addams Family Values und In  & Out stammt), wo die drohende Gefahr nicht der Feminismus sondern die mangelnde Übereinstimmung  von Geschlechterbild und sexuellen Stereotypen ist. Die Frauen in diesem Stehford sind alle mächtige Karriere-Frauen – Geschäftsführerinnen, Richterinnen etc. – die ihre Männer weit überschatten. Als Strafe werden sie auf das damalige perfekte 50er-Jahre-Frauenbild reduziert, in einem Bilderbuch-Vorort der schon allein wie von einer anderen Welt anmutet.

Das Stepford aus 2004 hat auch ein schwules Paar, von dem einer ein zugeknöpfter Republikaner und der andere eine flammende Mary ist. Rate mal, wer von den beiden eine gründliche Veränderung erfährt? Der Film ist eine effektive schwarze Komödie und Glenn Close ist als führende Stepford-Frau ein wahrer Genuss. Er ist unvollendet durch sein Ende voller faulen Ausreden die auf den Aussagen eines Test-Publikums basieren. Glücklicherweise kann man dem aber Abhilfe verschaffen, in dem man sich das Original-Ende des Films auf der DVD anschaut.

Masters of the Universe (1987)

Ich weiß schon was ihr jetzt denkt. Ja wir alle wissen: He-Man ist verdammt nochmal schwul. Aber es gibt da noch mehr als sich einen sonnengebräunten, eingeölten Dolph Lundgren auf seinem physischen Höhepunkt anzusehen, wie er 90 Minuten lang in Fell-Unterwäsche und Harness  herumläuft (wobei das eigentlich schon genug wäre).

Das was Masters of the Universe zu einem der schwulsten Science-Fiction Filme macht, ist der unbestreitbar homoerotische Text zwischen den Zeilen von He-Man und seinem Gegenspieler Skeletor, der mit vollem Einsatz von Frank Langella gespielt wird. Ihr könnt selbst entscheiden, ob der schwule Regisseur Gary Goddard das absichtlich gemacht hat oder nicht.

Nicht nur wie Skeletor Evil-Lyn abblitzen lässt, weil er lieber He-Man hätte. Nicht nur wegen Skeletor’s Wunsch, dass He-Man vor ihm kniet. Nicht nur, wegen Skeletor’s über-erregten Reaktion, als er den fast nackten He-Man sieht wie er von einem glatzköpfigen Muskelkerl mit Augenklappe ausgepeitscht wird (Video oben). OK, vielleicht ist DAS doch das meiste. Wenn sonst noch was, dann sicherlich der Kostümwechsel von Skeletor im dritten Akt – der glitzernd und bunt genug ist um damit eine ganze CSD-Parade für mindestens 36 Stunden auszustatten.

Deine Mission ist es nun, neue Filme und schwule Welten zu entdecken, und denk daran: Hör nicht auf zu tanzen! So rettet man das Universum!

Oh, und hier ist die versprochene Indografik… und schau doch mal in unseren andern Artikel über 10 knallharte schwarze Science-Fiction Helden. queer, gay blog, lgbt, science fiction, film, diversity gay, infographic, people of color, women

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