Junges Genie verfasst Masterplan zur Säuberung der Ozeane

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Müllstrudel (-Wirbel) rund um die Welt. Der Nordpazifikwirbel (Nr. 1) ist dabei der Größte.

Während du das hier liest, treibt ein mehrere hundert Kilometer großer Teppich aus Plastikmüll im pazifischen Ozean zwischen Kalifonien und Asien umher – ein modernes Meeres-Ungeheuer, das auch als „Nordpazifikwirbel“ bekannt ist. Die Plastikteile in dem Strudel sondern giftige Chemikalien ab, Fische und Vögel fressen das Plastik und entweder kommen sie dadurch um, oder wir Menschen nehmen diese Giftstoffe in uns auf wenn wir diese Tiere dann zum Abendessen als „Filet de Colaflasche“ serviert bekommen. Die Weltmeere von dem Plastik zu befreien war schon immer eine hoffnungslose Angelegenheit: Man braucht dazu eine enorm große Anzahl von Arbeitern die rund um die Uhr unter gefährlichsten Konditionen mitten auf dem Ozean arbeiten müssen – was massenhaft Geld verschlingen würde. Zudem wäre auch die meeresbiologische Umgebung gefährdet, wenn irgendwelche Ozeanbewohner in Netzen gefangen oder durch Vakuumpumpen mit aufgesaugt würden.

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Dieser Seevogel starb an den Plastikteilen, die er gefressen hat.

Der 22jährige niederländische Umweltschützer und Luftfahrttechnik-Student Bryan Slat kam auf die Idee, wie man die 7,25 Millionen Tonnen Plastikmüll in unseren Ozeanen ohne all diese Zeit, Geld und lebensgefährlichen Einsatz beseitigen kann. Und zwar mit einer riesigen V-förmigen Barriere, die aus einer Basis-Plattform besteht von der aus zwei kilometerlange Arme abgehen. Von diesen Armen reichen große Vorhänge herab, die das Plastik – das von der Meeresströmung in die Arme hinein bewegt wird – auffangen. Diese Vorhänge reichen einige Meter unter die Wasseroberfläche und fangen so sämtlichen auf der Oberfläche treibenden Plastikmüll auf, während die Meeresbewohner drunter durch schwimmen können. Durch eine integrierte Zentrifuge lassen sich auch kleinste Plastikteilchen aufsammeln und das Plankton, das die kleineren Fische fressen, wieder ausfiltern.

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Die von Slat entworfene Reinigungskonstruktion nutzt die Strömungen des Ozeans um den Müll durch kilometerlange Vorhänge, die einige Meter unter die Wasseroberfläche reichen, einzusammeln.  In der Mitte ist ein Container, auf den der Plastikmüll mit Hilfe eines Förderbandes befördert wird.

In regelmäßigen Abständen wird der Plastikmüll dann über Förderbänder zu einem Container transportiert und dort so lange gesammelt, bis er nach spätestens sechs Wochen von einem Schiff abgeholt und wiederverwertet werden kann. Nach der von Slat zusammen mit 100 weiteren Wissenschaftlern und Ingenieuren durchgeführten Machbarkeitsstudie, könnte man mit einer solchen 100 Kilometer langen Reinigungskonstruktion den Müll des Nordpazifikwirbels in nur 10 Jahren um die Hälfte reduzieren. 2016 wird die erste Plattform für ein zweijähriges Pilotprojekt in den Ozean gelassen. Wenn dieses erfolgreich ist, werden sicher weitere folgen.  Seitdem die Idee zur Bereinigung des Strudels in den internationalen Gewässern existiert, war Slat auch immer auf Spenden und Forschungsbeihilfen interessierter Mitbürger, internationalen Gruppen und unabhängigen privaten Initiativen abhängig, um sein Projekt voran zu treiben. Natürlich können die Ozeane auf Dauer nur sauber bleiben, wenn es auch einen Plan zur grundsätzlichen Vermeidung von Plastikmülls in den Ozeanen gibt. Aber das Vorhaben von Slat ist mit Sicherheit ein guter Anfang und der richtige Weg dahin. Hier kannst du mehr über das Ocean Cleanup Project erfahren.

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