Killer-Ratschläge von der „Transparent“-Schöpferin Jill Soloway and Frauen und andere Randgruppen-Künstler

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Am Freitag Abend hielt Jill Solowal – die für den Video-on-Demand-Anbieter Amazon Instant Video die gefeierte Transen-Webserie Transparent produzierteine Grundsatzrede auf dem „American Film Institute Conservatory Directing Workshop for Women“, in der sie einige Killer-Ratschläge an weibliche Filmemacher und denen aus anderen Randgruppen gab. Man sollte sich wirklich das Ganze mal komplett durchlesen (es ist knallhart, aber nicht allzu lange). Während ihrer Rede hat Solowal eine Ausgabe von The Rules – dem Buch aus dem Jahr 1995, in dem der strikte Ratschlag an Frauen „einfach im Zusammensein, aber schwer zu bekommen“ herausgezogen – und ihre eigene Version dieser Regeln dargestellt. Hier die beiden Highlights daraus, die wir am nützlichsten finden:

Tut mir den Gefallen und MACHT CHAOS! Überrascht euch selbst, wacht auf ihr Schauspieler, werdet wild bei euren Aufführungen, versucht mal was bescheuertes, nehmt den irren Dialog für den ihr euch schämt mit auf, schüttet eure chaotische Ader über eurem komplettes Manuskript aus, fügt dann noch etwas Bechämendes und ein paar Peinlichkeiten und etwas Frohsinn hinzu und wagt es dann nicht, das nochmal zu verwerfen. ERNSTHAFT, entweder du wirst groß damit oder du gehst damit unter – sei eine Kreatur wie keine andere. Hier noch was aus dem Buch: „Erwarte nicht, dass ein Mann sich ändert“. Das würde ich neu definieren als „ERWARTE NICHT, DASS DIE FILMINDUSTRIE SICH ÄNDERT“. Die Männer halten so sehr an ihrer Rolle als Protagonisten fest, weil sie dieses männliches Privileg aufrecht erhalten wollen. Von ihrem Stuhl aus können sie einfach AUFZEIGEN  „Sie ist alt, SIE IST geil, sie ist es nicht, sie ist alt, sie ist fett, sie ist eine die ich gern mal ficken will, sie hat ihren Höhepunkt schon überschritten, diese Person ist schwarz, schwul, fett.“ (Ich zeige dabei nicht auf euch). Dieses Zeigen ist eine mächtige Sache. Dieses typisch männliche Ding ist wie der Hochsitz eines Rettungsschwimmers, wie ein Aussichtsturm – ich nenne die Dinge hier beim Namen. Und SIE GEBEN DIESE AUSSICHTSTURM-POSITION NICHT SO EINFACH AUF, vielmehr geben sie nicht einmal zu, dass sie dieses Privileg überhaupt haben. Warte mal, was? Wir machen das schon lange so? Wir machen das nicht extra… Also bevor wir darauf warten das diese Typen sich ändern, sollten wir die Tore lieber STÜRMEN, uns an den Händen fassen, wie ein roter Bulldozer die Rettungsschwimmer-Sitze ÜBERRENNEN, die Zähne wie wilde Bestien fletschen, uns gegenseitig auf diese Aussichtstürme hieven und diese Arschlöscher runterschmeißen.

Sie hat übrigens vollkommen recht. Auch wenn es einige Ausnahmen zu der Aussage „Macht wird immer genommen, niemals gegeben“ gibt, sollte man sich auch an das Sprichwort „brave Frauen schreiben selten Geschichte“ erinnern. In der Tat illustriert Soloway’s eigene Geschichte diesen Punkt sehr gut. Nachdem sie für ein paar eher beschissene Shows gearbeitet hat, veröffentlichte die Kurzgeschichte „Courteney Cox’s Asshole“ – über eine Sekretärin, die Anrufe zu den Gerüchten über Cox’s Anal-Bleaching beantworten muss. Dadurch wurde Alan Ball, Schöpfer von Six Feet Under auf sie aufmerksam. Seit dem wurde sie selbst zur gefeierten Schöpferin von TV-Produktionen, und auch wenn Transparent nicht perfekt ist, ist es noch immer bahnbrechendes Fernsehen, dass laut Soloway „eine Welt erfinden will, in der die zwei-Geschlechterrolle überbrückt wird: Transgender, Mann-Frau, Frau-Mann und Machoprinzessin sind nur ein paar der unglaublich verwirrenden, Geschlechts-egalen Konzepte die einem da in den Sinn kommen“. Sie fügte in ihrer Rede noch hinzu, dass ihr Ratschlag sich nicht nur auf das statische Frauenbild in der Gesellschaft bezieht und erinnerte ihre Zuhörer „Als ein neues politisiertes Mitglied der geschlechtlichen Revolution  möchte ich euch daran erinnern, dass man keinen weiblichen Körper braucht, bringt einfach eure geistige Gebärmutter mit, und eure künstliche Pussy“ #BringDeinePussyZumArbeiten

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