Psst… Suchergebnisse bei Google und Getty Image sind rassistisch

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Die Suchergebnisse von Google Bilder und Getty Images sind rassistisch – wir haben das schon mal erwähnt. Nun fällt das auch anderen Menschen auf, und das ist ein richtiges Problem!

Die schwedische Design-Studentin Johanna Burai schreibt in ihrer Abschlussarbeit mit dem Titel World White Web: „Wenn man in Google unter dem Suchbegriff „Hand“ nach Bildern sucht, bekommt man als Suchergebnis nur weisse Hände. Egal wo auf der Welt man ist. Die World White Web Initiative will damit Schluß machen, dass Weiße die Norm im Internet sind“.

Also genauso, wie ich schon mal hier auf Unicorn Booty gesagt habe:

„… immer wenn ich eine Zeitung, Comic, Website oder Magazin aufschlage, sehe ich wie mir weiße Gesichter entgegen schauen. Auf dieser Webseite wähle ich bewusst Bilder von Menschen jeglicher Farbe und Statur. Ich bin darüber überrascht, wie schwer es oft ist passende Bilder zu finden, bei der Bilderreiche auf Google tauchen fast immer nur weiße Gesichter und Körper auf.“

Ich habe das auch mal auf Google und Getty Image ausprobiert, um diese Theorie zu testen: Ich habe nach „Frau großer Hund“ und „Schwarze Frau großer Hund“ gesucht – und bei beiden Suchergebnissen waren die meisten Bilder die von weißen Frauen.

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Search results from Google for „black woman large dog“
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Search results from Getty images for „black woman dog“

Zugegegen: es gibt sicher mehr Fotos von weißen als von schwarzen Frauen. So ist es ganz normal, dass Google und Getty die meist vorhandenen Bilder zuerst anzeigen. Aber wenn der Welt größten Suchmaschine und Fotodienst immer weiße Frauen als Ergebnis liefert wenn der Nutzer schwarze anfragt, dann ist das ein Problem.

Das Problem liegt darin, dass einem standardmäßig überall weiße Menschen angezeigt werden, wodurch unser Selbstverständnis über nicht-weiße Menschen werden leidet. Ein Freund von mir hat zum Beispiel mal gesagt, dass er wenn er einen Namen in einem Buch liest oder eine Stimme im Radio hört, sich darunter immer eine weiße Person vorstellt. So ähnlich habe ich über die Band TV die ich im Radio gehört habe immer gedacht, dass die weiß sind – bis ich ein Foto von ihnen gesehen habe. Der Grund weshalb wir denken das sie weiß sind liegt daran, dass die Medien uns sagen, dass die Welt hauptsächlich weiß ist – obwohl die Bevölkerungsverteilung auf der Welt ganz anders aussieht.

Bei der Ausgabe von weißen Suchergebnissen hat das zur Folge, dass man annimmt dass schwarze Frauen keine Hunde haben, dass farbige Menschen nicht in Büchern vorkommen, dass sie keine Musiker sind und gar nicht in der Welt der weißen Menschen existieren. Dadurch verringert sich unsere Verständnis der verschiedenen Menschenrassen und es vermindert auch unsere Auffassung darüber, was nicht-weiße Brüder und Schwestern sein können und wo sie hingehören.

Burai hat auf ihrer Website dazu aufgefordert, Bilder von verschiedenfarbigen Händen zu teilen, dies soll ein Anfang sein damit solche Bilder weiter oben in den Suchergebnissen von Google erscheinen. Aber die Kampagne von Burai ist keine Ideallösung, weil sie alleine das Problem nicht beheben kann. Das ist so wie wenn man Fernsehzuschauern sagen würde, dass sich die Anzahl der nicht-weißen Schauspielern erhöht wenn sie nur Shows mit nicht-weißer Besetzung ansehen. Es hilft zwar ein wenig, hat aber wenig Einfluß auf die dominierenden weißen Informationsregulatoren die hinter den Kulissen die schöne weiße Welt hüten.

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Statistik über die Rassenverteilung in den USA und bei Google. Für weitere Satistiken in der Technologiebranche bitte hier klicken.

Nach einer Arbeitsmarktstatistik aus 2013 vom  amerikanischen Bureau of Labor Statistics, besteht die Belegschaft von Google zu 61 Prozent weißen, 30 Prozent asiatischen und nur zwei Prozent schwarzen Mitarbeitern. Das sind 686 schwarze Mitarbeiter bei 34.311 Beschäftigten von Google. Uns liegt keine Information darüber vor, wie sich das bei den Mitarbeitern bei Getty verhält. Getty liefert jedoch Bilder für die größten Zeitungen und Magazine auf der ganzen Welt. Durch die Anzeige von weißen Suchergebnissen bei einer rassenneutralen Suchanfrage bekräftigt das die Medien-Welt, wo immer weiter die Bevorzugung von weißen Gesichtern im Vergleich zu anderen Rassen vorangetrieben wird.

Eine Möglichkeit für Google wäre, dass im Rahmen einer Selbstverpflichtungs-Kampagne Fotos von nicht-weißen Menschen künftig etwas höher in den Suchergebnissen platziert würden. Ebenso könnten die Algorithmen zugunsten farbiger Menschen optimiert werden, wann immer jemand nach Begriffen wie „schwarze Frau großer Hund“ sucht. Und zu guter letzt könnte Google auch einen Filter auf nicht-weiße Hautfarben anbieten, auch wenn sowohl weiße als auch nicht-weiße menschen oftmals einen ähnlichen Hautton haben.

Es liegt in deren Verantwortung und es ist unsere ihnen dazu Druck zu machen. Weil als weltgrößter Suchmaschinen-Anbieter präsentiert Google eine vorwiegend weiße Welt die auf deren eigenen Algorithmen beruht. Das ist nicht nur rassistisch, das ist auch völlig unpassend.

 

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