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Wird Russlands Schwulen-Hetzjagd dem Land helfen, den Eurovision zu gewinnen?

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Vergangenes Wochenende hat die Moskauer Polizei 17 Teilnehmer eines Flashmobs auf einem Platz der Stadt davon abgehalten, regenbogenfarbene Luftballons während einer Gedenkveranstaltung zum internationalen Tag gegen Homophopie, Transphopie und Biphobie aufsteigen zu lassen.

Seitdem das abscheuliche Gesetz zum “Verbot der homosexuellen Propaganda” in Kraft ist, haben homophobe Russen es sich fast zum nationalen Zeitvertreib gemacht, auf Versammlungen der LGBT-Community aufzuschlagen um dort dann das Aufsteigen von Ballons zu verhindern, LGBT-Filmaufführungen zu unterbrechen oder am St. Patrick’s Day Feiernde zusammenzuschlagen – nachdem man sie fälschlicherweise als Pro-LGBT-Demonstranten hielt.

Die anhaltende Schikanierung von russischen Menschen der LGBT-Szene macht es in Komination mit Russlands andauernder Agression in der Ost-Ukraine interessant zu sehen, wie Russlands Teilnahme am internationalen Gesangswettbewerb des Eurovision ausschaut.

 

Als die russiche Sängerin Polina Gagarina kürzlich ihren Song “A Million Voices” aufführte, wurden im Publikum Regenbogenflaggen geschwungen, wohl zum Trotz der Anti-LGBT-Haltung ihres Landes.

Gagarina selbst unterstützt die LGBT-Rechte, jedoch ist Russland in jüngster Zeit nicht sehr beliebt unter den Eurovision-Fans. 2014 wurden The Tolmachevy Twins vom Publikum ausgebuht, als die russischen Teilnehmer die Bühne betraten. Und zwar so sehr, dass die Veranstalter „Geräuschreduzierer“ zur Ausblendung von Buhrufen eingeführt haben, die Russland dieses Jahr bekommen könnte. Einer der Organisatoren sagte, dass man „normale“ Publikumsgeräusche für die Zuschauer zu Hause einspielen werde, wenn die Buhrufe zu laut werden.

Trotz alldem liegt Russland laut dem Voting von Eurovisionworld auf dem zweiten Platz  des internationalen Gesangswettbewerbes. Noch spannender ist das Umfrageergebnis unter schwulen Eurovision-Fans,  das von der schwulen App Hornet durchgeführt wurde: Hieraus ging Russland als Gewinner des Eurovision hervor.

„Man mag darin eine LGBT-Voreingenommenheit gegen gewisse Länder sehen,“ sagte Hornet in einer Pressemeldung, “ aber aber die russichen Schwulen stimmen ohne irgendwelche Rechtfertigungen für ihr Heimatland.“

Das Zuschauer-Voting des Eurovision lässt nicht zu, dass Anrufer für das Land aus dem sie anfrufen abstimmen können. Wenn man aber bedenkt, dass auch Irland – das  den Eurovision am häufigsten gewonnen hat – den größten Anteil von LGBT-Zuschauern im Eurovision hat, dann gibt einem das sicherlich zu denken.

Russland könnte sehr gut den Gesangswettbewerb gewinnen. Und wenn sie auf einen der vorderen Plätze gelangen, dann vielleicht nicht trotz, sondern genau wegen ihrer Anti-LGBT-Gesetze. Ein Weg für die Pro-Schwulen Unterstützer des Eurovision, getreu dem Motto des Wettbewerbes “Brücken bauen”.

Trotz alldem hat einer der russischen Zuschauer beim Eurovision Unicorn Booty erzählt, dass er vorhat eine schwedische Fahne im Publikum zu schwenken. „Zur Zeit mögen die Leute Russland nicht so sehr“ sagt er. Das können wir gut verstehen. 2003, als George W. Bush in den Irak einmarschiert ist, haben sich auch viele Amerikaner als Kanadier ausgegeben, damit sie nicht in epischer Breite den Zorn friedliebender Reisender im Ausland über sich ergehen lassen mussten.

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